Vater Marius Scheffel arbeitet als Bautechniker – auch ihn faszinieren die Miniatur-Brücken und Türme, die jeder Besucher am Stand des Fachbereichs für Bildung- und Sozialwissenschaften selbst bauen kann. "Es ist mir wichtig, meine Kinder schon jetzt an solche Dinge heranzuführen" sagt der Solinger, "sie sollen Spaß am Lernen bekommen, ohne dass man sie zu irgendetwas zwingen muss." Dass die Wuppertaler Uni ihren Tag der Forschung in Solingen ausrichtet, freut die Familie, "aber wir wären auch in eine andere Stadt gefahren, um mitmachen zu können."
Dr. Heike Blümer betreut den Stand, an dem Familie Scheffel baut und bastelt– und erklärt den Zusammenhang ihrer Arbeit mit Brücken und Türmen. "Wir vermitteln zukünftigen Grundschullehrern, die sich für das Fach Sachkunde entschieden haben, Kenntnisse im Bereich Technik. Technik ist ein elementarer Teil des Sachkundeunterrichts." Sie wollten Studenten motivieren, sich mehr für Technik, "einen Bereich, der uns alle umgibt", zu interessieren und mehr Technik zu unterrichten. "Bei den Besuchern des Forschungstages kommt das sehr gut an", stellt Blümer fest, "ganz wichtig ist, dass die Kinder dabei nicht nur basteln, sondern auch etwas dazulernen: Sie schulen ihre Teamfähigkeit, lernen zu hinterfragen, zu vergleichen und zu kommunizieren."
Einige Meter weiter schwingt Timo Eichhorn am Stand des Fachbereichs Design und Kunst den Pinsel: Mit bunten Wasserfarben, in hellblau, gelb und grün, verschönert der Zehnjährige die farblosen Fassaden von Wuppertaler Bauwerken auf großformatigen schwarz-weiß Fotografien. "Es macht Spaß, seiner Phantasie mal freien Lauf zu lassen", findet der Sechstklässler, außerdem hätten die langweiligen Hauswände ein bisschen Farbe dringend nötig. "Unsere Idee ist, dass Kinder hier die Fotos von Wuppertaler Fassaden bemalen dürfen, dabei können sie ihre eigenen Ideen umsetzen", erklärt Kunst-Studentin Ana Pollheim.
Timo gefällt das – Kunst studieren möchte er aber trotzdem nicht. "Ich möchte Physiker werden", verrät der junge Solinger. Und macht sich deshalb auch sogleich auf den Weg zum nächsten Stand, an dem die Strahlenbelastung elektromagnetischer Felder gemessen wird. "Das interessiert mich sehr."