INNOVATION Bergisches Institut entwickelte mit Ingenieuren verbesserten Antrieb für Sitzverstellung.
Die beiden haben sich gefunden: Automobilzulieferer C.Rob Hammerstein (CRH) will seine Zukunft sichern. Und das Bergische Institut für Produktentwicklung und Innovationsmanagement ist stets auf der Suche nach Geldgebern, um Ideen praktisch umzusetzen. Für eine Forschungsarbeit über bessere elektrische Antriebssysteme zur Autositz-Verstellung stellte CRH dem Institut vor drei Jahren 100 000 Euro zur Verfügung. Hinzu kamen Kosten für umfangreiche Testreihen. Jetzt wurde das Ergebnis der Zusammenarbeit präsentiert.
Verbesserte Getriebe sollen die Zukunft der Firma sichern helfen
Diplom-Ingenieur Christian Bresser, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Institut, forschte im Rahmen seiner Doktorarbeit drei Jahre lang. Ingenieure von CRH verwandelten seine Ideen in Modelle, um sie zu testen. „Als Ergebnis liegen mehrere modifizierte Getriebevarianten zur Verstellung von Automobilsitzen vor“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Viktor Otte, wissenschaftlicher Berater des Instituts.
Bresser und die Ingenieure haben ein „Taumelgetriebe“ entwickelt, das mit weniger Teilen als ein herkömmliches Getriebe auskommt. Mehr Wirkung, weniger Gewicht und geringere Kosten verspricht sich Dr. Wilfried Beneker von dem unscheinbaren Bauteil. Er ist Technischer Direktor von CRH. Das Getriebe soll außerdem länger halten und weniger Geräusche verursachen.
Ein Trick, der das Gewicht des Modells vermindert: Die lasttragende Endstufe ist aus Kunststoff, statt wie üblich aus Stahl. Um trotzdem die Sicherheit zu gewährleisten, mussten die Ingenieure die Kraftübertragung mithilfe von Zahnrädern neu gestalten. Schließlich lastet etwa bei einem Aufprall sehr viel Gewicht auf den kleinen Kunststoffteilen.
„Wir werden das Produkt nun verfeinern, um es in etwa eineinhalb Jahren in Serie zu fertigen“, erläutert Beneker. Vorher muss ein Prototyp erstellt werden, der wiederum ausgiebig getestet wird. „Allein die Erstellung eines testfähigen Typs wird uns zusätzlich einen sechsstelligen Betrag kosten“, sagt Beneker. Trotzdem verspricht er sich wirtschaftlichen Erfolg von der Neuerung: „Sie trägt dazu bei, unsere Zukunft als Unternehmen zu sichern.“
Alle Beteiligten loben die Zusammenarbeit als Paradebeispiel für die Vermittlung von Wissenschaft und Industrie, die sich das Institut auf die Fahnen geschrieben hat. Das Projekt zeigt laut Otte, dass das Institut auch als Partner für anspruchsvolle ingenieurtechnische Aufgaben geeignet ist.
CRH ist Mitglied im Förderverein des Instituts, das auf Geld angewiesen ist, um Mitarbeiter und Forschungsvorhaben zu finanzieren. Fest im Budget verankert sind nur die Stellen des Geschäftsführers und seiner Sekretärin. „Wir haben aber einige Projekte mit Unternehmen in der Pipeline“, sagt Geschäftsführer Ralf Aßmann. Zum Beispiel liefen Verhandlungen für ein neues Vorhaben mit Henkel. Zudem wartet Aßmann auf EU-Mittel (siehe Kasten), mit denen er unter anderem einen Studiengang für Ingenieure und Designer im Forum Produktdesign aufbauen will.
Fördermittel
EU-GELDER
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